Gebäude & Anlagen Freizeitanlagen, Fliegende Bauten
TÜV Thüringen prüft mobile Bildschirmwände für Fußball-WM und andere Sportevents
Sportereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft ziehen selbst eingefleischte Fußballmuffel vor die Bildschirme der Republik. Noch intensiver ist das Erlebnis beim gemeinsamen Mitfiebern bei Public Viewing-Events, wie sie spätestens seit dem Sommermärchen vor 20 Jahren allen ein Begriff sind. Der Markt für mobile Videowände hat sich seither rasant entwickelt – verschiedene europäische Hersteller bieten ihre mobilen Bildschirme in den unterschiedlichsten Größen an, von relativ kleinen Modellen mit 15 Quadratmetern Bildschirmfläche bis hin zu riesigen Exemplaren mit einer Fläche, die der Wohnfläche eines Einfamilienhauses entspricht. Für den Betrieb in Deutschland benötigen Anlagen dieser Art eine Prüfung nach Deutschem Baurecht sowie die dazugehörige Betriebserlaubnis. Der TÜV Thüringen hat im Vorfeld der WM 2026 mehrere mobile Bildschirmwände eines polnischen Herstellers an seinem Standort in Jena überprüft.
Großevents, Konzerte oder Sportveranstaltungen wie die Fußball-WM kommen ohne Video-Bildschirmwände nicht mehr aus. Ganz gleich ob Rockkonzert, Motorsport-Event oder Public Viewing zur Fußball-WM – dank großer LED-Bildschirmwände haben die Zuschauer und Fans vor Ort auch von den hinteren Plätzen beste Sicht auf das Geschehen und können sich auch wie im Fernsehen Wiederholungen der spannendsten Szenen ansehen.
Die mobilen Bildschirmwände sind je nach Größe ausfahrbar auf Fahrzeuganhängern oder aber auf Sattelaufliegern verbaut. Schon kleinere Exemplare haben oft eine Bildschirmfläche von 15 Quadratmetern, moderne LED-Großvideowände erreichen heute sogar Bildschirmflächen von über 160 Quadratmetern und sorgen mit mehreren Millionen LEDs für ein gestochen scharfes Bild.
Da die Anlagen für einen wiederholten Auf- und Abbau vorgesehen sind, zählen sie zu den „Fliegenden Bauten“ und benötigen wie Zelte, Bühnen oder Fahrgeschäfte eine Erstabnahmeprüfung nach Deutschem Baurecht. Zwei Experten der Prüfstelle für Festigkeit und Fliegende Bauten des TÜV Thüringen haben kürzlich die Prüfung mehrerer mobiler Bildschirmwände direkt vor dem Service-Center Ostthüringen in Jena durchgeführt. Dabei wurde die Bauausführung der Anlagen mit den Konstruktionszeichnungen abgeglichen. Da es sich in der Regel um Sonderaufbauten handelt, werden konstruktive Komponenten wie der Rahmen, der mit der Unterkonstruktion verbunden ist, sowie der Aufbau genauestens kontrolliert. Materialwanddickenmessungen werden vorgenommen und Verbindungselemente wie Schrauben inspiziert. Auch die elektrische Anlage der Bildschirmwand wird überprüft und die Wirksamkeit des Notfallprogramms unter die Lupe genommen. Dafür muss die ausgefahrene Bildschirmwand auch bei einem Stromausfall manuell wieder eingefahren werden können, denn bei starkem Wind muss die Anlage aus Sicherheitsgründen schnell in ihren Urzustand zurückversetzt werden können. Die aufgrund der Abmessungen potenziell sehr hohen Windlasten könnten die Videowand anderenfalls zum Kippen bringen.
Seit mehr als 20 Jahren hat sich der TÜV Thüringen neben der Erstabnahme der Bildschirmwände auch auf dem Gebiet der wiederkehrenden Prüfungen einen Namen gemacht. Viele der Betreiber lassen ihre Anlagen alle drei Jahre prüfen. Dies geschieht häufig im Zusammenhang mit Umbau-, Reparatur- oder Wartungsarbeiten beim Hersteller. Die Experten für Fliegende Bauten des TÜV Thüringen prüfen neben Großbildschirmwänden auch mobile und festinstallierte Fahrgeschäfte sowie verschiedenste Freizeitanlagen in aller Welt.