Mann schaut im Auto auf seine Tank-App

Spritpreis-Vergleich per App kann sich auszahlen

Egal ob Diesel oder Benzin: die durchschnittlichen Spritpreise kennen seit Beginn des Iran-Konflikts scheinbar nur noch eine Richtung – steil nach oben. Da half auch die 12-Uhr-Regelung zur Eindämmung des ständigen Hin und Her an den Preistafeln nichts. Für Autofahrer mit Verbrenner wird die Fahrt zur Tankstelle zunehmend zur finanziellen Belastung. Zwar kann jeder sein Fahrverhalten anpassen und unnötige Fahrten reduzieren, ein vollständiger Verzicht aufs Auto ist aber gerade für Pendler schlichtweg nicht möglich. Effektiv sparen lässt sich durch einen Spritpreis-Vergleich, der heute per Handy-App jederzeit schnell möglich ist und sich laut TÜV Thüringen Fahrzeugexperte Marcel Schauffler fast immer lohnt.

Mit Einführung der 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich anheben, danach führt also jede Änderung zu einem niedrigeren Spritpreis. Durch die neue Regelung sollen die Preisschwankungen an den Zapfsäulen eingedämmt und dem ständigen Hin und Her entgegengewirkt werden. „Während die Preise früher oft mehr als 20-mal am Tag um bis zu 10 Cent rauf und runter gingen, ist für Autofahrer jetzt zumindest der Preisschock nach oben nur einmal täglich zu erwarten“, erklärt Marcel Schauffler vom TÜV Thüringen. Doch wann sollte man jetzt tanken und wie kann man trotz Rekordpreise an den Zapfsäulen sparen?

„Den richtigen Zeitpunkt genau vorauszusagen ist kurz nach Einführung der neuen Preisregel noch schwierig. Während früher die Morgen- und Abendstunden oft ein guter Zeitpunkt zum günstigeren Tanken waren, dürfte es sich mit der neuen Regel auf den Vormittag verschieben“, so Schauffler. „Eins steht zumindest fest, nach oben kann der Preis nur mittags steigen, so dass sich wahrscheinlich der Zeitraum von 10 bis kurz vor 12 Uhr als günstigster Zeitpunkt erweisen wird. Mit einer Tank-App hat man die Preise beinahe in Echtzeit im Blick und findet schnell die günstigste Tankstelle in der Nähe“, meint Fahrzeugexperte Marcel Schauffler. „Einige Tank-Apps zeigen neben dem aktuellen Preis auch den üblichen Tages- und Wochenverlauf an und geben auf dieser Basis Empfehlungen, ob man lieber gleich tanken oder eher warten sollte“, weiß Schauffler. Wann der Preis nach der mittäglichen Erhöhung wieder sinkt, ist schwer vorauszusagen, da der Spritpreis derzeit hoch volatil ist und nicht zuletzt auch von aktuellen Nachrichten rund um die Situation am Persischen Golf abhängt.

Die hohen Spritpreise führen auch dazu, dass die Nachfrage nach „Super E10“ spürbar gestiegen ist: „Bei den hohen Spritpreisen sollten Fahrer von Autos mit Benzinmotor über den Biokraftstoff als Alternative zum etwa sechs Cent teureren E5-Kraftstoff nachdenken. Die meisten neueren Fahrzeuge vertragen das günstigere Super E10 jedenfalls“, so der Fahrzeugexperte. Wer Zweifel hat, sollte entweder seine Vertragswerkstatt kontaktieren oder die Betriebsanleitung seines Fahrzeugs studieren. In der Regel gibt auch ein Aufkleber im Tankdeckel Auskunft über die für den eigenen Motor freigegebenen Kraftstoffsorten.

Neben der Nutzung einer Tank-App empfiehlt Marcel Schauffler kostenbewussten Autofahrern eine Anpassung ihres Fahrstils. Zum Spritsparen empfiehlt es sich, hohe Drehzahlen zu vermeiden, zügig hochzuschalten, vorausschauend zu fahren und ein möglichst gleichmäßiges Tempo zu  halten. Bei längeren Stopps sollte der Motor abgeschaltet werden. So lassen sich in Summe bis zu 20 Prozent beim Spritverbrauch einsparen. Bei vielen modernen Autos empfiehlt sich auch das Aktivieren des Öko- oder Eco-Modus, der beispielsweise die Schaltcharakteristik eines Automatikgetriebes beeinflussen und so beim Sparen helfen kann.

Auch Fahrer von Elektroautos sollten regelmäßig die Kosten für die Ladung an öffentlichen Ladestationen vergleichen. „Beim Stromtanken an öffentlichen Ladesäulen gibt es sehr unterschiedliche Abrechnungsmodelle. Die Preise zwischen den Anbietern und den verschiedenen Tarifoptionen unterscheiden sich oftmals sehr stark voneinander. Hier lohnt ein Nachrechnen auf jeden Fall. Während manche Anbieter die ganz konkrete Lademenge abrechnen, wird bei anderen wiederum nach Ladezeit oder pauschal pro Ladevorgang abgerechnet“, erklärt Marcel Schauffler. Neben der Nutzung von Ladekarten oder Lade-Apps gibt es inzwischen auch vermehrt Ladestationen, an denen mit Bargeld oder Bankkarte bezahlt werden kann. Eine Aufladung an Schnellladestationen ist dabei immer teurer als die Normalladung an AC-Ladesäulen. Schnelles Laden sollte deshalb nur in Anspruch genommen worden, wenn es auch benötigt wird – das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern wirkt sich auch positiv auf die Lebensdauer des Akkus aus.