Mobilität & Verkehr Fahrtauglichkeit, Verkehrssicherheit, MPU
O’zapft is! Nach dem Oktoberfest sicher nach Hause – Alkohol am Steuer kann Führerschein kosten
Schunkeln, anstoßen, feiern: Auf den Oktoberfesten in ganz Deutschland fließt das Bier in Strömen. Doch spätestens auf dem Heimweg kann aus ausgelassener Stimmung und dem „Prosit der Gemütlichkeit“ schnell bitterer Ernst werden. Wer nach dem Festbesuch alkoholisiert ins Auto steigt, riskiert nicht nur ein Fahrverbot oder den Führerschein. Auch die Heimfahrt mit Fahrrad oder E-Scooter kann erhebliche Konsequenzen haben. Verkehrspsychologin Ilka Rethfeldt vom TÜV Thüringen rät deshalb, das eigene Fahrzeug am besten gleich zu Hause zu lassen. Denn nach einigen Maß Bier wird die eigene Fahrtüchtigkeit schnell überschätzt.
„Nach dem Konsum von Alkohol lässt sich die eigene Fahrtüchtigkeit kaum noch objektiv beurteilen“, erklärt Verkehrspsychologin Ilka Rethfeldt vom TÜV Thüringen. „Wie viel und wie schnell getrunken wurde und über welchen Zeitraum, wird häufig falsch eingeschätzt. Entsprechend schwierig ist es, den eigenen Promillewert realistisch einzuschätzen. Das Gefühl, noch problemlos fahren zu können, ist deshalb kein verlässlicher Maßstab.“
Wer sich dennoch hinters Steuer setzt, gefährdet nicht nur sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer, sondern riskiert auch seine Fahrerlaubnis. „Aus einem ausgelassenen Abend auf dem Oktoberfest kann so schnell eine längere Zeit ohne Führerschein werden“, warnt Ilka Rethfeldt.
Gerade die Stimmung im Festzelt verleitet dazu, mehr Alkohol zu trinken als ursprünglich geplant. Deshalb empfiehlt die Verkehrspsychologin, die Heimfahrt schon vor dem ersten Bier zu organisieren: „Wer feiern und Alkohol trinken möchte, sollte Auto, Fahrrad und E-Scooter von vornherein stehen lassen und für den Heimweg öffentliche Verkehrsmittel, ein Taxi oder eine andere sichere Alternative einplanen. So kommt man gar nicht erst in die Situation, nach einigen Maß noch darüber entscheiden zu müssen, ob man fahren kann.“
Auch Fahrrad und E-Scooter sind keine sichere Alternative
Dass Alkohol nicht nur am Steuer eines Autos Konsequenzen haben kann, wird nach Einschätzung der Expertin häufig unterschätzt. Für E-Scooter gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Kraftfahrzeuge. Auch auf dem Fahrrad kann eine Alkoholfahrt weitreichende Folgen haben – insbesondere bei auffälliger Fahrweise, einer Beteiligung an einem Unfall oder einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille und mehr.
„Der Wechsel vom Auto aufs Fahrrad oder den E-Scooter löst das Problem nicht“, betont die Verkehrspsychologin. „Wer Alkohol trinken möchte, sollte deshalb schon vor dem Festbesuch klären, wie er anschließend sicher nach Hause kommt.“
Alkoholunfälle haben weiterhin schwere Folgen
Alkohol zählt nach wie vor zu den bedeutenden Ursachen schwerer Verkehrsunfälle. Besonders problematisch sind Verkehrsteilnehmer mit riskantem oder wiederholtem Alkoholkonsum.
Das verdeutlichen auch die aktuellen Zahlen der Unfallstatistik: Im Jahr 2025 ereigneten sich in Deutschland rund 34.800 Verkehrsunfälle, bei denen mindestens eine beteiligte Person unter Alkoholeinfluss stand. Rechnerisch kam es damit etwa alle 15 Minuten zu einem Alkoholunfall. Insgesamt starben dabei 170 Menschen, rund 17.900 wurden verletzt.