Studie zur KI-Sicherheit: Unternehmen brauchen eigene Kompetenz, aber auch unabhängige Prüfungen
Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen längst Teil des Arbeitsalltags. Neben großen Chancen entstehen damit auch neue Risiken – vom Abfluss sensibler Daten bis hin zu gezielten Cyberangriffen mit KI-Unterstützung. Die gemeinsame KI-Sicherheitsstudie 2026 von TÜV-Verband und BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) zeigt deutlichen Handlungsbedarf: Jedes sechste Unternehmen berichtet von bestätigten oder vermuteten Cyberangriffen beziehungsweise Betrugsversuchen mit KI-Bezug. Dennoch verfügen nur 11 Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen oder ihren Einsatz planen, über spezielle Abläufe für entsprechende Sicherheitsvorfälle.
Besonders deutlich ist der Qualifizierungsbedarf für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Von den Unternehmen, die bereits KI nutzen, sehen 76 Prozent Weiterbildungsbedarf bei Anwendung und Integration, 69 Prozent beim sicheren Umgang mit KI und 65 Prozent bei der Datenkompetenz. Hier unterstützt die TÜV Thüringen Akademie mit gezielten Weiterbildungen – etwa zum KI-Beauftragten (TÜV®), zum KI-Managementsystem-Beauftragten (TÜV®) nach ISO/IEC 42001 oder zum Data Scientist (TÜV®). Damit können Unternehmen notwendige Kompetenzen für einen sicheren und verantwortungsvollen KI-Einsatz gezielt aufbauen.
Auch bei der Auswahl von KI-Lösungen spielt Sicherheit eine zentrale Rolle: 94 Prozent der befragten Unternehmen halten IT- und Cybersicherheit für wichtig. 69 Prozent erwarten, dass unabhängige Prüfungen und Zertifizierungen die Sicherheit und Zuverlässigkeit von KI-Anwendungen erhöhen. Der TÜV Thüringen bringt seine Expertise deshalb auch in die Entwicklung zukünftiger Prüfverfahren ein. Gemeinsam mit den TÜV-Organisationen entwickelt das TÜV AI.Lab derzeit ein freiwilliges KI-Zertifizierungsprogramm. KI- und Zertifizierungsexperten des TÜV Thüringen sind daran maßgeblich beteiligt und haben bereits ein KI-System des Jenaer Softwarespezialisten Phnx Alpha anhand der entstehenden Prüfkriterien untersucht.
Die Studie zeigt zudem, dass viele Unternehmen weiterhin stark von außereuropäischen KI-Anbietern abhängig sind. Zwar kennen 66 Prozent europäische oder deutsche KI-Lösungen, eingesetzt werden diese aber bislang nur von 35 Prozent. Umso wichtiger ist es, europäische Kompetenzen, Technologien und unabhängige Prüfstrukturen weiter auszubauen. Für den TÜV Thüringen gehören dabei Qualifizierung, Sicherheit, Vertrauen und digitale Souveränität eng zusammen.
Die vollständige KI-Sicherheitsstudie 2026 von BSI und TÜV-Verband finden Sie HIER.